28. April 2016

Gasanschluss - Ende gut, Alles gut?

Wie so oft in letzter Zeit, fing der Tag auf der Baustelle früh an... 7:05 Uhr - noch alles ruhig - es sollte ein spannender Tag für den Bauherren werden.
 

 
Im Baucontainer fand der Bauherr die Reste des bei der Kernlochbohrung angefallenen Materials.


Die Firma kam gegen 7:45 Uhr. Zu erst blieb der Bauherr noch im Auto sitzen und beobachtete...

Dann brachte er schnell das Standrohr zum WAH nach Nauen. Interessant war der abzurechnende Verbauch. Abholung des Standrohrs mit einem Zählerstand von 2225m3 - abgegeben mit eben genau dem gleichen Zählerstand. Bauherr und Mitarbeiterin guckten sich ungläubig an. Der Trockenbauer brauchte nach eigenen Angaben rd. 60 Liter (0,06m3 ) - bei günstigem Stand des Zählwerks fällt es nicht ins Gewicht. Aber wie wurde der Estrich hergestellt?  Reinen Herzen konnte der Bauherr sagen - Keine Ahnung. So wird also nur die Miete für das Standrohr fällig und es fließen über 400.-€ von der 500,-€ - Kaution zurück.

Drei Kaffee und ein kleines Frühstück (das den Parkplatz bereits nicht überlebte) und der Weg ging zurück auf die Baustelle. 

 

Der Berg war ein ganzes Stück angewachsen... Ein kleiner Smalltalk mit Kaffee und Zigarette und dann ging es an die Arbeit.

Zugucken liegt nunmal nicht im Naturell des Bauherren Also stieg er aus, beobachtete, machte hier und da ein Foto und machte letztlich mit bei der Suchschachtung nach dem Auslass der Kernbohrung unterhalb des Fundaments.

Zuvor wurde jedoch das einziehen des Rohres vom Strassenland an die Hauseinführung vorbereitet.

Das Einbringen der Gasleitung selbst war sehr spannend. Die Leitung wurde grabenlos verlegt. Durch eine Luftdrucklanze - liebevoll Rakete vom Installaeur genannt - wurde ein Loch ins Erdreich getrieben...


...und die Leitung so eingezogen.

 

Das große Suchen beginnt.


 
Da der Auslass unter dem Fundament nicht zu finden war, wurde kurzer Hand mit einem Stück Rohr auf das Erdreich gestossen. Es war nichts zu machen...


 
Bis zu diesem Zeitpunkt war das Leerrohr noch im Kernloch. Da jetzt aber schwere Geschütze aufgefahren werden mussten und die Aufnahme des Rohres zudem zum ordnungsgemäßen einbringen der Gasversorgung hätte abgefräßt werden müssen, zog der Installateur kurzer Hand einmal am Rohr... Er zog das KG-Rohr einfach aus dem Kernloch und stellte es neben selbiges. Soviel zum Thema ordnungsgemäßes Eindichten. Der gute Bauleiter hatte gelogen!!! Hierzu sollte es später noch Telefonate zwischen Baubegleiter und Bauherrenschaft geben.






Doch dazu später mehr...

Der Weg war frei und das Brecheisen konnte zum Einsatz kommen. Trotz seiner stadtlichen Länge von über einem Meter verschwand es nach schweißtreibender Arbeit von allen drei Anwesenden nahezu vollständig in der Bohrung...




 
Letzlich war die Suche erfolgreich und das Flexrohr konnte eingeführt werden.



Im HWR konnte das Ventil aufgeschraubt und die Bohrung mit Sand verfüllt. Die Makierung auf dem Flexrohr soll dabei etwas unterhalb des Estrichs enden. Die Bohrung wird bis dorthin mit Sand aufgefüllt, das Ganze ausgerichtet und anschließend der Sand verdichtet.
 

 
Zu guter letzt  wurde der Beton eingebracht. Diese Art Beton fließt in die kleinsten Winkel und füllt diese aus. Da die Einführung in das Haus, gemäß Auflage, luft- und wasserdicht zu erfolgen hat. Letztlich wurde der Pfusch des eigenen Bauunternehmens durch die Installateure gerade gezogen. Manchmal sind Anforderungen von Versorgern doch zu etwas gut

 

Alle Arbeiten wurden natürlich wieder unter den gestrengen Augen des für die Qualitätssicherung zuständigen Bauherrenhund durchgeführt.

 




Die Arbeit schien ordnungsgemäß zu sein, denn der Abgang wurde - nach der Frage: "Habt Ihr alle Kippen aus??" - hergestellt.

 

Am Ende des Tages roch es im HWR aber doch noch lieblich ekelig - die Verbindung an das öffentliche Netz war hergestellt und die Leitung entlüftet. Die beiden Installateure haben wirklich klasse gearbeitet. Die Verdichtung der Strasse und Zuwegung wurde durch das Nutzen der Rakete nicht beschädigt!

Wie bereits geschrieben, führten wir heute das eine oder andere Gespräch mit dem Baubegleiter. Das Vertrauenverhältnis zu unserem zugeteilten Bauleiter war nicht nur gemindert sondern aufgrund der Unwahrheit seiner Aussage gleich null. Der Baubegleiter wies uns darauf hin, dies unverzüglich anzuzeigen. Adressat sollte aber nun der Geschäftsführer sein.

So endete der Abend mit gemischten Gefühlen. Froh sind wir aber über den Fakt, dass der Ärger mit dem Bauleiter zu einem Zeitpunkt aufkommt, zu dem das Haus weitestgehend fertiggestellt wurde.

Der einzige, der davon nichts mitbekam - und durch seine verantwortungsvolle Ausübung seiner QM-Aufgabe geschafft war, ist der Bauherrenhund
 
 






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